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Durchgefallen: Bud Spencer ist nicht immer cool!
Von MS | 20.Juli 2011
In irgendeinem unbedeutenden Ort gibt es einen neuen Tunnel. Der braucht wohl einen Namen. Ich weiß nicht, wie in anderen Fällen solch ein Name gefunden wird. In meinem Nachbarort sind Kreisel bei den Planern sehr beliebt und es scheint so, als könnte man sich als ortsansässiges Unternehmen einen Kreisel kaufen. So gibt es einen Kreisel benannt nach einem Hersteller für Outdoorkram genauso wie einen von meiner Bank (Und sicher noch Einige mehr). Aber ich schweife ab…In Schwäbisch Gmünd dachte man sich wohl “Hey, ein bissl social network und Bürgerbeteiligung sind doch super, mache mer doch sowas ach…”
McDonalds macht das mit MeinBurger momentan sehr gut, finde ich. Pril hat es schon ordentlich versemmelt. Wie ginge es richtig? Einfach Varianten zur Abstimmung stellen, bei denen auch wirklich der Sieger letztendlich das Rennen macht. Oder den Mut haben und außergewöhnliche Wege gehen, wie genannte Stadt in BaWü. Der Bud-Spencer-Tunnel hat schon viele Anhänger auf Facebook (dass es täglich mehr werden ist eine Phrase, die man sich gerne in Zukunft sparen könnte. Es ändert sich eh nur nach oben!). Das Problem an der Sache ist: Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass der Tunnel nach dem Held meiner Jugend benannt wird. Warum?
Es handelt sich bei den Möglichkeiten um eine Vorauswahl, aber längst nicht um einen echten Wettbewerb, vielmehr um eine Art Stimmungsmesser. Denn es gibt wohl in der Tat Leute, denen liegt etwas an ihrem Tunnel und dessen Namen. Das kann man auch Niemandem verübeln, so ein Ding will schließlich gebaut, geplant und bezahlt werden. Auf Facebook geht es den Nutzern nicht um den Tunnel, sondern nur darum, etwas Lustiges geschehen zu lassen. “Hey, der heißt jetzt echt Bud-Spencer-Tunnel, gefällt mir”. Ja, ich fände es auch lustig.
Aber welches Bild gibt die Facebook-Gemeinde damit ab? Kein Gutes, wie ich finde! Facebook-Parties sind eh schon in Verruf geraten und haben auch dem Ansehen der ganzen Facebook-Community geschadet. Dass dabei viel mehr eh schon hohle Randalierer nur noch aktiviert wurden Rabatz zu machen, interessiert nicht. Und nun der Blödel-Name für einen Tunnel? Welches Unternehmen, welche Kommune oder Gemeinde oder sonstwer sollte nach all den schlechten Dingen, die Facebooker gemeinsam zusammengebracht haben, hier noch ernsthaft in Erwägung ziehen, Vorschläge und Abstimmungen der Plattform wirklich für voll zu nehmen?
Schlecht vorbereitete social-media Aktionen sind das Eine, Blödel-Abstimmungen das Andere. Aber wer will noch ernsthaft eine Aktion gewissenhaft und aufwändig vorbereiten, wenn man von Vornherein am Ergebnis zweifeln kann? Sollte die Online-Gemeinschaft Deutschlands nicht als Ansammlung von Clowns wahrgenommen werden wollen, sollte auch bald mal was Ordentliches rauskommen. Die Kampagne für Guttenberg war ein guter Anfang. Davon wünsche ich mir mehr, weil mir niemand erzählen kann, sein Herzblut hinge an einem Bud-Spencer-Tunnel. Dann eher beim Turbo-Tunnel XXL
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