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    Angesehen: Das Dschungelcamp, die ehrliche Insel

    Von MS | 31.Januar 2011

    Gleich zu Beginn: Das Dschungelcamp halte ich für die am besten produzierte Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen.

    Ich bin Dschungel-Fan geworden und gehöre somit zu den so oft zitierten 25% (diese sollen angeblich Akademiker sein). Aber vielmehr gehöre ich auch zu den gut 8 Millionen, die sich das Spektakel jeden Abend angeschaut haben. Ich habe keine Folge verpasst.

    Das hat verschiedene Gründe: Zum Einen steht da ein Fernsehstudio und “Actionpark” mitten im Dschungel. Eigentlich ganz gut erklärt wird es von Frontal 21, allerdings in die falsche Richtung. Zunächst: Was würde man beim ZDF tun, wenn RTL auf ein Produktionsgelände des ZDF marschieren wollte? Und ich halte es für eine ziemlich starke Leistung eine Farm zu kaufen, und rundherum im Dschungel ein Produktionsgelände aufzubauen, welches Bilder produziert, die nicht den üblichen Handkamera-Outdoor-Doku-Look haben. Dass dann wahrscheinlich auch mal ein See an eine Stelle muss, die einfach gut liegt lässt sich nicht ausschließen. Der Aufwand dieser Show ist immens. Jeden Abend pünktlich live nach Australien zu schalten, Aufzeichnungen parat zu haben und das ganze Geschehen so zu timen, dass es eine wirklich gute Show rauskommt ist eine weitere Höchstleistung!

    Außerdem war ich überrascht davon, wie schnell RTL auf Entwicklungen in der Gruppe reagiert. Dass Sarah Knappik vom Publikum (neutral formuliert) eine gewisse Aufmerksamkeit zuteil wurde, ist bekannt. Allerdings war die Reaktion von RTL beeindruckend: Zunächst wurde sie in eine Prüfung geschickt, in der sie mal nicht den Ton angeben konnte (sondern Katy Karrenbauer). Dann folgte eine Prüfung die sie vor der gesamten Gruppe ablegen musste, auch eine gute Gelegenheit den Druck weiter zu erhöhen. Später mussten andere Teilnehmer die Prüfungen absolvieren, in denen Sarah gescheitert war, oder gar nicht erst antrat. Gibt es bessere Möglichkeiten die Gruppe gegen Sarah aufzubringen? Was dort passiert ist, ist meines Erachtens dramatisches Drehbuchschreiben in Rekordzeit, quasi live. Chapeau, RTL!

    An dieser Stelle lässt sich dann auch das ewige Vorurteil aus dem Weg räumen “alle Anrufe gefaked.” Solch ein Bullshit (frei nach Jay Khan)! Was kann es Besseres geben, als vom Zuschauer zu erfahren, wie sich die Sendung weiterentwickeln soll? Dabei verdient RTL sogar noch Geld! Wunderbares Geschäftsmodell! RTL sendet ja sicher nicht einen eigenen “Plot”, wenn sie doch die Zuschauer darüber abstimmen lassen können, wie es weitergehen soll. Der Spruch mit dem Angler, dem Köder und dem Fisch, der schon viel zu oft zitiert wurde passt hier auch!

    Das Dschungelcamp war für mich die einzige Unterhaltungssendung, bei der man wirklich das Gehirn ausschalten konnte. Eine Stunde Unterhaltung, Niveau egal. Selbst beim Tatort fühlt man sich immer der Gefahr ausgesetzt, dass bald ein großes gesellschaftskritisches Thema um die Ecke biegt. Beim Dschungelcamp definitiv nicht! Es war einfach herrlich anzuschauen, die Moderationen ein wahrer Traum aus Text und Kostüm. Dass Dirk Bach und Sonja Zietlow bei Gelegenheit auch über den eigenen Arbeitgeber (dem RTL) herzogen setzte so manchen Sprüchen die Krone auf.

    Und es war echt! Ja, die Kandidaten sitzen sonst nicht im Dschungel, in solch einer Extremsituation und RTL hat Einiges (s. o.) zur Dramaturgie beigetragen. Aber: Szenen wie der Kniefall von Mathieu Carrière, die weinende Gitta Sax oder die Witze von Peer können nicht geschrieben sein. Die sind echt und das muss man leider in anderen Programmen immer noch suchen.

    Deshalb wünsche ich mir nicht weniger Dschungelcamp (Ich bin bei der nächsten Staffel definitiv wieder dabei), sondern mehr Ehrlichkeit und Echtheit in anderen Formaten. Vielleicht so viel, dass ich nicht mehr das Dschungelcamp brauche um das zu finden.

    Topics: Angesehen | 1 Kommentar »

    Ein Kommentar to “Angesehen: Das Dschungelcamp, die ehrliche Insel”

    1. Dschungelstar meint:
      1.Februar 2011 at 14:23

      Das ist das Konzept, gehört zum Format. Einerseits sich selber hopps zu nehmen, andererseits Leute dazu zubringen darüber nachzudenken, was echt ist und was nicht. Es ist Fernsehen.

      Und ich meine: Geniale Medienkritik – weil sie uns alle als Medienkonsumenten bloßstellt.

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