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Kommentar zu Wikileaks (Eine kleine Wintergeschichte)
Von MS | 26.Dezember 2010
Neulich verschlug es mich wegen all der weißen Pracht auf die Straße (Die (noch) nicht auf Google-Maps eingesehen werden kann). Nahezu die gesamte Nachbarschaft versammelte sich zur gemeinsamen Ertüchtigung namens Schneeschaufeln. Die zahlreich erschienen Kinder halfen. Jedoch schwanden bei denen nach einiger Zeit Interessen und Kräfte, so dass sie sich aufs Schlittenfahren, runterfallen, hochlaufen, springen und Im-Schnee-Rumtollen konzentrierten. Wieder einige Zeit später ertönte das klassische: “Mama der/die Soundso hat Dasunddas gemacht.” Dabei handelt es sich meist für den Überbringer der Nachricht um ein richtig großes Ding, für den Empfänger ist es halb so wild und der Übeltäter verhält sich möglichst ruhig.
Jeder kennt das, jeder hat es als Kind wahrscheinlich auch mal gemacht: Jemanden verpfiffen. Würden wir es heute immer noch tun? Natürlich nicht aus ähnlichen Beweggründen wie damals. Aber: Wenn wir über ein Unrecht bescheid wüssten, würden wir versuchen es aufzudecken?
Was wäre nun, wenn das Kind aus meiner Geschichte nicht zur Mama oder zum Papa lauft? Das Ganze wird bei Facebook groß aufgezogen (vorausgesetzt der Freundeskreis würde es auch verwenden (Und bitte: Gott, bewahre uns vor Kindergartenkindern bei Facebook!). Das das Beispiel nicht so weit hergeholt ist zeigen die Fälle von so genanntem Cybermobbing oder Ähnlichem.
Das einzig Neue an Wikileaks sind lediglich zwei Dinge:
- Die Informationen wurden noch einmal weitergegeben: So wie wenn das Kind aus der Nachbarschaft direkt zum Kumpel läuft, der noch mehr Leute auf Facebook kennt. Dieser verrät aber nicht, von wem er die Information hat.
- Im digitalen Zeitalter ist die reine Menge der Informationen weitaus höher (Vergleiche Pentagon-Papiere).
Wir nutzen selbst täglich die Informationsflut und die Möglichkeiten der massenhaften Verarbeitung dieser. Warum sollten wir uns wundern, wenn diese massenhafte Verbreitung auch einmal nicht im Sinne von Jedem genutzt wird. Und: Verhält sich der Beschuldigte ähnlich ruhig wie im Beispiel?
Ich wünsche allen Lesern noch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich bedanke mich, dass Sie im ersten Jahr meinen Blog besucht haben. Danke auch für Kritik und jede andere Rückmeldung. Ich freue mich auf 2011!
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