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Vergiss Twitter, Rolf Töpperwien ist die Macht!
Von MS | 15.August 2010
Neulich fragten mich (unabhängig voneinander) zwei Freunde, ob man denn bei Twitter angemeldet sein muss, ob man da was verpasst, ob es “was bringt”. Meine Antwort war in beiden Fällen: Wenn du mal sehen willst, was bei Twitter so abgeht, kann ich es dir gerne zeigen. Aber anmelden brauch man sich nicht.
Ich würde die Twitter-Nutzer grob in drei Gruppen unterteilen: Permatwitterer (Leute, die wirklich alles twittern), Poeten und Mittel-zum-Zweck-Twitterer. Natürlich gibt es Mischformen genauso wie tote Accounts, also Accounts, die entweder kaum anderen Nutzern folgen und/oder noch nie Inhalte produziert haben. Einen sehr guten Artikel findet sich im Meinungs-Blog, der auch auf eine Reuters-Meldung verweist, die feststellt, dass ca. 10% der Nutzer 90% der Inhalte erzeugen: Eindeutig! Soweit so gut: Twitter sehe ich selbst sehr kritisch. Natürlich gibt es immer wieder belustigende, nachdenklich machende und schöne Meldungen, aber was soll der Hype? Ist Twitter ein Vorbote des Echtzeit-Internet? Ist Twitter das Echtzeit Internet? Die Reaktionen auf die Wahl im Iran haben es gezeigt: Ja. Aber sinnvolle Verwendung sehe ich abseits von solchen Ereignissen nicht! Die Wahl des Bundespräsidenten hat gezeigt, das die klassischen Medien nicht wussten, wie mit Twitter umgegangen werden sollte und sich auf jeden Meldung stürzten, ob richtig oder falsch. Falschmeldungen aus dem Iran lassen sich sicher ungleich schwerer aufdecken.
Und was hat das jetzt mit Rolf Töpperwien zu tun? Darf sich der geneigte Leser jetzt fragen. Ich setze natürlich Analyse-Tools ein, um die Reaktion auf meinen Blog zu checken. Twitter als Quelle für Besucher meines Blogs rangiert hier unter ferner Liefen, mit gerade mal zweistelligen Besuchszahlen. Foren, in denen ich mitsamt URL in der Signatur unterwegs bin, haben es mittlerweile locker in den dreistelligen Bereich geschafft. Facebook und andere soziale Netzwerke zusammen ebenso, sogar der Blog einer Bekannten schlägt Twitter um Längen.
Mit Schmunzeln, Verwunderung und manchmal auch Befremden verfolge ich die Google-Suchbegriffe, die eingegeben wurden und die Besucher auf meinen Blog lotsten. Hier führt unangefochten, fast uneinholbar: Rolf Töpperwien. Mein Eintrag zu einer eher weniger erfreulichen Facette taucht bei der Suche nach dem Namen auf der ersten Seite der Google-Ergebnisse auf. Schön! Zumal ich überhaupt keine Suchmaschinenoptimierung betreibe, ich verlasse mich da auf WordPress… Die Besucherzahlen schlagen Twitter etwa um den Faktor 7.
Was mir aber viel wichtiger ist: Die Verweildauer. Ein kurzer Klick ohne was zu lesen ist schade, die Arbeit, die ich hier reinstecke soll sich irgendwie lohnen. Töppi schlägt Twitter hier um den Faktor zwei. Ich mir irgendwann mal selbst das Credo gesetzt, dass die gesamte Verweildauer der Besucher meinen Aufwand ausgleichen sollte. Ziel (schon länger) mehrl als erreicht! Wie zu erwarten: Twitter-Nutzer verbleiben im Schnitt kurz auf der Seite, Besucher von Netzwerken bleiben ca. 3-4 mal so lange.
Wenn jemand Vorschläge unterbreiten will: Ich bin gerne bereit, mein “Twitter-Marketing” zu optimieren, die Basis ist allerdings sehr schwach. Kann sein, dass ich etwas nicht komplett richtig mache, aber es unterstützt meine Meinung, dass Twitter ein Hype ist, der auch in absehbarer Zeit verebben wird…
Post scriptum für Datenschutznörgler: Mich interessiert es kein bisschen, wer genau meinen Blog besucht. Personalisierte Auswertungen kann ich nicht betreiben, will ich auch nicht! Mir fällt kein Grund, warum das etwas bringen würde!
Topics: Allgemein | 3 Kommentare »

15.August 2010 at 22:04
Twitter-Nutzer verbleiben im Schnitt so lange auf der Seite bis die Aufmerksamkeit beim 140. Zeichen aufgebraucht ist. *hehehe*
16.August 2010 at 08:53
Ja, dass wenig Traffic über Twitter kommt, das kann ich selbst bestätigen.
Ich betreibe einen Blog zum Thema Frauen ansprechen und musste leider feststellen, dass gefühlte 80% aller Benutzer Twitter nur nutzen um zu spamen. Demnach haben die meisten Leute auch kein Interesse an den eigenen Tweets.
Sie suchen sich die Informationen an anderer Stelle.
21.August 2010 at 20:17
Danke für die Beiträge! In der Tat könnte/sollte man im Vorraus darauf tippen, dass die Twitter Nutzer sprunghafter sind, wegen 140 Zeichen, Aufmerksamkeitsspanne und so!