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    Kommentar zum Facebook-Bashing

    Von MS | 7.Juni 2010

    Vorneweg: Ich bin auch in diversen Netzwerken angemeldet und nutze diese mehr oder weniger regelmäßig: Facebook, Wer-kennt-Wen, StudiVZ, Xing und Twitter. Kritik an solchen sozialen Netzwerken ist momentan schwer in Mode. Dabei scheint es, als würde diese Kritik von Personen betrieben, die mehr oder weniger keine Ahnung von der Materie haben.

    Da wäre zum Einen die Import-Funktion vorhandener E-Mailadressen. Hierbei lassen sich die Kontakte auf dem Rechner/E-Mailaccout/Smartphone mit der Datenbank von Facebook abgleichen. Aber warum die Aufregung? Xing und StudiVZ bieten ähnliche Lösungen an, wurden von den Kritikern bisher aber verschont.

    Was bei Facebook einmalig ist die die Menge an Daten, die imporiert wird: Nämlich Alles. Das ist definitiv nicht schön. Aber: Möchte ich die Daten von meinem iPhone mit Facebook synchronisieren, erscheint ein klarer Warnhinweis. Hier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man nur mit Zustimmung der Kontakte die Daten abgleichen sollte. Dass hieße für mich, jeden meiner Kontakte anrufen und zu fragen. Das kommt natürlich nicht in Frage, also lasse ich den Datenabgleich besser bleiben. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

    Was, wenn ich dennoch die Daten zu Facebook schicken sollte? Jeder, aus meinen Kontakten, den Facebook anhand der Daten identifizieren kann wird dann wohl mein “Freund”. Falls jemand nicht bei Facebook angemeldet ist, macht Facebook was ganz Unverschämtes: Es lädt die Leute ein! Das geschieht, logisch: Per E-Mail. D. h. jeder meiner Kontakte, den Facebook nicht als Mitglied identifizieren konnte bzw. nicht bei Facebook registriert ist, erhält eine schicke E-Mail.

    Soweit so unspektakulär. Hier geht Facebook allerdings auch einen Schritt weiter und musste dafür ordentlich einstecken: Nach nicht genau nachvollziehbaren Kriterien rät Facebook, wen man evtl. aus dem Netzwerk schon kennen könnte und schreibt nach dem Motto: “Hey, Karl ist auch hier, wenn du dich anmeldest kannst du mit ihm Kontakt aufnehmen.” Ist das wirklich so schlimm? Nein! Nehmen wir an, ich wäre noch nicht bei Facebook angemeldet. Zwei Menschen aus meinem Freundeskreis sind aber der Meinung ich müsste dies unbedingt tun. Diese zwei Menschen kennen vielleicht die gleichen Leute. Also wäre es nicht unwahrscheinlich, dass ich genau die Schnittmenge der beiden Freundeskreise auch kenne, etwa, weil wir dem gleichen Hobby nachgehen. Facebook könnte dazu auch das Geburtsjahr, die Schule oder die Postleitzahl nehmen. Das würde die Sache nicht großartig anders darstellen, aber auf das Gleiche hinauslaufen. Das ist ungefähr so, als würde ich einem wildfremden sagen, wo er morgens seine Brötchen kauft, wenn ich seine Postleitzahl kenne. Kein Hexenwerk!

    Nachdem ich mich bei Facebook angemeldet hatte, wurden mir auch jede Menge potenzielle Freunde vorgeschlagen: Keinen davon kannte ich! Soviel zu dem Thema… Bleibt da noch die E-Mail. Es ist herrlich, wie sehr sich manche Leute über eine E-Mail aufregen, EINE E-MAIL. Mit maximal zwei Klicks sollte es doch möglich sein das Ding genauso wie Singlebörsen-, Viagra- oder andere Spammails zu löschen.

    Grundsätzlich sind soziale Netzwerke da um sich auszutauschen, Leute zu finden, gefunden zu werden und sich ein bissl selbst darzustellen. Wie soll das bitte geschehen, ohne dass man Daten von sich preisgibt? Sinnvoll: Hier lässt sich prüfen, wie der eigene Facebook-Account eingestellt ist. Und so verhallt die Kritik für mich zu einem “Wasch mich, aber mach mich nicht nass.”

    Topics: Allgemein, Kommentar | 4 Kommentare »

    4 Kommentare to “Kommentar zum Facebook-Bashing”

    1. Toby meint:
      7.Juni 2010 at 22:15

      Moin!
      Schöner Artikel! Kann dir nur voll und ganz zustimmen. Du darfst mir aber gleich mal deinen Accoountnamen bei Twitter und Facebook geben, dann kann ich dich adden und deine Daten auf mein knebelsoftware-freies Handy übertragen;)
      Oder du addest mich einfach. Sollte leicht zu finden sein.

      Grüße!

      Toby

    2. MS meint:
      7.Juni 2010 at 22:25

      Siehe Beginn des Artikels! Danke für das Lob. Habe das Bloggen in der letzten Zeit etwas schleifen lassen müssen (MTB, Tauchen). Wird aber besser!

    3. VonFernSeher meint:
      12.Juli 2010 at 23:31

      Und was genau nutzt es jetzt mir, wenn irgendjemand vorher gewarnt wurde, dass er mich hätte fragen müssen? Demnächst gibt es dann am Anfang von Spammails und Werbeanrufen auch den Hinweis, dass die Unternehmen gar nicht schuld sind, weil XY meinte ich wäre gerne mit auf der Liste.

      Und was genau macht das Verhalten von Facebook jetzt besser, nur weil es bei StudiVZ fast genauso schlimm ist? Rechtfertigt sich die Callcenterfrau beim nächsten Mal dann mit “Aber ich weiß genau, dass Ihnen mein Kollege von den Penisverlängerungen auch eine Nachricht gesendet hat!”?

      Ein paar sehr zweifelhafte Standpunkte, möchte ich meinen.

    4. Kommentar zu Wikileaks (Eine kleine Wintergeschichte) | Mediendurchfall meint:
      26.Dezember 2010 at 14:19

      [...] nutzen selbst täglich die Informationsflut und die Möglichkeiten der massenhaften Verarbeitung dieser. Warum sollten wir uns wundern, wenn diese massenhafte Verbreitung auch einmal nicht im [...]

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