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Aufgefallen: Die Prinzessin und die Pressefreiheit
Von MS | 20.Juni 2010
Gestern war wieder irgendeine royale Hochzeit. Natürlich habe ich sie mir nicht angeguckt. Sicher hätte es jede Menge Stoff gegeben, aber all die Trivialitäten, Sinnlosigkeiten und Zeitschinder wollte ich mir nicht antun (Das Kleid der Braut wurde dort und dort besorgt, sie besteigen jetzt die königliche Kutsche, sie passieren jetzt irgendein Denkmal usw.). Nein, das wollte ich mir nicht antun, selbst Curling ist spannender.
Spannend aber, dass jetzt versucht wird dem Ereignis doch irgendwas Aufregendes abzuringen: Die Fernsehbilder wurde wohl (deutlich) zeitverzögert gesendet, schon spricht man von Zensur und eingeschränkter Pressefreiheit. Täusche ich mich, oder handelt es sich immer noch um eine Hochzeit? Was erwarten die Pressefreiheit-bedroht-Seher? Dass der frisch gekürte Prinz den Nachbarländern den Krieg erklärt? Dass Victoria erklärt, sie fände den Euro doch ganz süß und wolle, dass jeder Schwede die jetzt bekommt? Sicher nicht! Solche Ereignisse sind durchgeplant und choreographiert bis zum Erbrechen, schon eine Abweichung vom Zeitplan von 5 Minuten, weil irgendwer 10 statt nur 2 Hände schütteln wollte lässt den kollektiven Blutdruck mit Sicherheit deutlich steigen. Von solchen Veranstaltungen geht meines Erachtens keinerlei Tragweite aus, so dass man meinetwegen die Zeremonie auch 1-2 Tage verspätet senden könnte, merkt doch eh niemand! Dann lieber etwas lauter meckern, wenn deutsche Minister in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt werden.
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